Mikrowellenartig erhitzte Vierteljuristen

Die wohl schönste Umschreibung für Bachelorjuristen hat der Bonner Professor Zaczyk in einem Leserbrief an die FAZ gefunden:

Die Bachelors des Rechts, mikrowellenartig erhitzte Vierteljuristen, die man nach sechs Semestern aus der Universität jagt, werden ein pseudo-akademisches Proletariat darstellen, das, mangels jeglicher fundierter Ausbildung, niemand brauchen kann: ihm steht, wenn es mit dem Job in der Gerichtskantine nichts wird, nur noch eine Karriere in einer der politischen Parteien offen. [Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2007, S. 8]

Auch der Hinweis darauf, dass die Juristenausbildung keine reine Berufs-, sondern primär eine wissenschaftliche Ausbildung ist, geht ansonsten eher unter.

Vielleicht wird es in Zukunft wirklich eine mehrgleisige Juristenausbildung geben, an deren Ende das jeweils gewünschte Produkt steht: der Richter oder Hochschullehrer, der Anwalt, Verwaltungsbeamte oder Berater. Eine rosige Zukunft ist es sicher nicht. Der Humboldtsche Gedanke verliert in unserer Gesellschaft immer mehr an Rückhalt. Irgendwann steht man nur vor dem Problem, dass niemand mehr die nötige Kompetenz besitzt, selbst die Schmalspurakademiker auszubilden.

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7 Responses to Mikrowellenartig erhitzte Vierteljuristen

  1. Ronny says:

    Was an dieser Umschreibung “schön” sein soll, seh ich nicht. Ich finde sie in erster Linie unverschämt.

  2. David says:

    Die Bezeichnung trifft das Kernproblem wunderbar: kurze Ausbildungszeiten führen zu Einschnitten, die am Ende (auch) der Rechtsratsuchende ausbaden darf. Die umfassende universitäre Ausbildung legt den Grundstein für die spätere Berufsausbildung. Kürzt man die universitäre Ausbildung, hat das natürlich direkte Auswirkungen auf die Qualität der Berufsausbildung.

  3. Gast says:

    Kannst Du den gesamten Leserbrief ‘mal einscannen und online stellen?

  4. @Ronny: Was ist an einer realistischen Beschreibung des Ausbildungsniveaus, das künftig droht, unverschämt? E werden ja nicht die künftigen Bachelors kritisiert (die sind schließlich nicht schuld an der Ausbildung die man ihnen anbieten will), sondern diejenigen, die sie ohne zureichende Ausbildung von der Universität jagen wollen, wie Zackyk – auch nach meiner Meinung sehr schön – formuliert.

  5. Jämmerliches Besitzstandswahren. Erinnert mich an die Schornsteinfeger.

  6. Dieter says:

    Wenn der Bonner Professor Zaczyk sein Fach so gut wie Polemik beherrscht, dann hätte er den Nobelpreis für Jura verdient, wenn es ihn denn gäbe.

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