Merkel: Staatsexamen für Juristen abschaffen

Auf der 63. Bundesdelegiertenversammlung des unionsnahen Rings Christlich-Demokratischer Studenten in Berlin sprach die Kanzlerin Klartext: Bologna ist Trumpf, Staatsexamen nicht. Auf der Versammlung forderte sie die Umsetzung des Bolognaprozesses in der Juristenausbildung, den sie insgesamt positiv bewertet: Sie…

[...] bilanzierte bisherige Teilerfolge wie die verstärkte internationale Mobilität der Studenten [Quelle: RCDS Pressemeldung vom 20.02.2010]

Reflexartig mag man der Kanzlerin zurufen, sie möge bitte bei Ihren Leisten bleiben und nicht über etwas reden, wozu sie weder fachlich qualifiziert noch politisch zuständig ist. Aber das wäre wohl zu kurz gegriffen. Kommentieren darf man den Bologna-Lobgesang aber doch. Denn kein Jahr zuvor hatte zumindest der RCDS noch die DAAD/HIS-Studie im Kopf, die den “Bolgona-Studenten” eine geringere Mobilität attestierte:

[...] ist die Mobilität, wenn man den für den Bologna-Prozess relevanten europäischen Raum betrachtet, deutlich niedriger als erwartet. [Quelle: RCDS-Pressemitteilung vom 14.05.2009]

Vielleicht sollte die Kanzlerin sich diese noch einmal angucken.

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7 Antworten auf Merkel: Staatsexamen für Juristen abschaffen

  1. Die Qualität vor Ort beweist manchmal, dass man gar keine Ausbildung bräuchte ;)

  2. Andy M sagt:

    Juristenausbildung ohne Staatsexamen? Zumindest eine vergleichbare Prüfung müsste es geben. Ich sehe gerade an den LLM-Stundenten (z.B. Viadrina), dass diese weit entfernt sind vom Niveau eines Examenskandidaten.

  3. rajede sagt:

    verstärkte internationale Mobilität der Studenten

    Wir müßten nur noch dafür sorgen, daß mehr Länder am deutschen Rechtswesen genesen. Die Nachfrage nach international tätigen Juristen ist nicht geeignet, der Juristenschwemme zu begegnen, dann muß man schon das BGB und andere Gesetze sowie die Bindungswirkung der obergerichtlichen Rechtsprechung exportieren.

    Als nächstes sollten wir das Duale Berufsbildungssystem aufgeben. Danach die Schule so reformieren, daß jeder einen Schulabschluß schafft, der zum Hochschulzugang berechtigt. Dann als Unterrichtssprache Englisch einführen und ein Diskriminierungsverbot zugunsten derjenigen, die die Sprache nicht erlernen können.

    Die Arbeitsagentur kann dann Fortbildungskurse im Ausland fördern, die auf die Engangstest ausländischer Hochschulen vorbereiten.

    Was habe ich noch vergessen?

  4. AS sagt:

    Den Bachelor of Laws kann man mitunter auch schon ohne Abi erwerben. Man darf nur keine sprachlichen Meisterleistungen in den Klausuren erwarten.

  5. HansFranz sagt:

    @rajede

    ja – die sagenumwobenen Computerkurse.

  6. NoName sagt:

    Tja, internationale Mobilität – eine Dumschwätzerin unsre Kanzlerin (Man möge Denken eine nationale Schande).
    Ich kenne keinen Bätscheler, der es auf Grund seines engen Studenplans schafft ins Ausland zu gehen – man verliert meist ein Semester, weil man die Pflichtscheine schon ohne kaum rechtzeitig zusammen bekommt.
    Ich mach mei DIPLOM in dem USA. Geht, da ich mir, laut Prüfungsordnung, halt auch mal Zeit lassen darf!

  7. Larsv sagt:

    Dieser Vorschlag wurde ja schon von verschiedenen Seiten geäußert. Dann soll sie doch mal äußern, wie sie den jetzigen stoff, der eigentlich schon jetzt kaum gut (iSv 13 pkt aufwärts) zu schaffen ist in regelstudienzeit auf deutlich weniger zeit verkürzen will. dazu käme beim bachelor auch noch leidige anwesenheitspflicht in schlechten vorlesungen, die einem wertvolle zeit zum lernen kostet :(
    naja, wer keine ahnung hat und so…

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